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Erstaufführung
MEIN BRUDER IST EIN EINZELKIND
I/F 2007, 108 Min., FSK: 12 J.
Regie: Daniele Luchetti
Darsteller: Elio Germano, Riccardo Scamarcio, Angela Finocchiaro u.a.


Eine glückliche Kindheit sieht anders aus. Accio hat den Spitznamen „Ekel“ schnell weg. Kein Wunder, der Junge ist das, was man so aufsässig nennt. In einem italienischen Dorf in den sechziger Jahren macht der Bambino den Eltern wenig Freude. Auch wenn der schlagfertige Junge richtig was auf dem Kasten hat. Ganz anders sein älterer Bruder Manrico, für den nicht nur Mama und Papa schwärmen. Weil sein Bruder sich den Kommunisten anschließt, folgt Accio Jahre später dem Ruf der Faschisten. Bei Demonstrationen stehen sie sich gegenüber. Brüder in verfeindeten Parteien. Was sie eint, sorgt für weiteren Zwist. Auf Francesca, die schöne Freundin Manricos, hat auch Accio ein Auge geworfen. Mit ihr diskutiert er leidenschaftlich über Kommunismus. Noch lieber würde Accio mit Francesca einen ganz anderen Austausch von Leidenschaften pflegen.
Gleich fünf italiensche Filmpreise gewann Regisseur Danielle Luchetti für sein Familiendrama MEIN BRUDER IST EIN EINZELKIND. Der Titel ist dem Refrain eines populären italienischen Liedes entnommen. Er deutet zugleich die schwierige und untrennbare Verbindung der beiden Geschwister prägnant an. Luchetti folgt der Lust an der Szene, die dramatische Ausbrüche und starke Gesten liebt. Zugleich treibt er die Auseinandersetzung nicht auf die Spitze. Elio Germano (Accio) und Riccardo Scamarcio (Manrico) nutzen diesen Freiraum, um aus Figuren Charaktere zu formen. Angelehnt an die Ausleuchtung und Farbgebung italienischer Filme aus den Siebzigern gelingt Luchetti ebenso ein Familien- wie ein Zeitporträt.